Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus

23.10. – 21.11.2010
BBK Jahresausstellung
Vernissage: 23.10., 19 Uhr


Grußwort:

Dr. Dagmar Schlapeit-Beck

Kulturdezernentin der Stadt Göttingen

Eröffnung:

Georg Hoppenstedt

Vorsitzender des BBK Südniedersachsen


Musikalische Umrahmung:

Die Evas

Klezmer Musik aus Göttingen


Göttinger Tageblatt vom 25.10.2010
Diesmal auf Oberthema verzichtet
Bund Bildender Künstler zeigt Jahresausstellung 2010 im Künstlerhaus
Von Anna Kleimann

Kommunizierende Räume: Dörthe Gerken. Heller

Verborgen und geschützt liegt ein Raum im Künstlerhaus. Es ist kein Durchgangszimmer, es ist ein Ort zum Innehalten, ein Ort zum (Be-)Wundern. Diese vier Wände tragen die Werke Lieselotte Schobers. Die im Februar dieses Jahres verstorbene Künstlerin und Kunstlehrerin hat einen besonderen Platz bekommen inmitten der Jahresausstellung des Bundes Bildender Künstler (BBK) Südniedersachsen.
Zur Erinnerung an die geschätzte Kollegin, die in der Region zu einer festen Größe geworden ist, wird eine Auswahl der Früchte ihres Schaffens von 1968 bis 2007 gezeigt. Radierungen und Zeichnungen in Mischtechnik, die teilweise recht düster an ihre Schwarz-Weiße Periode erinnern, aber auch märchenhafte, ins zufällig wirkende detailverliebte Stick-Assemblagen mit Perlen-Applikationen und farbige von klassischen Formen geprägte Drucke warten darauf, betrachtet zu werden.
Vielfältig, fragmentarisch und oft naturverbunden zeigen sich die Werke, der weiteren 24 Künstler, die auf zwei Ebenen im Weißen Saal und in der Lichtenbergetage ausgestellt sind. In diesem Jahr, ohne Oberthema, gesellen sich die unterschiedlichsten Stile und Arbeitstechniken zueinander. Sowohl avantgardistische Neuerungen als auch Arbeiten, die Klassisches neu auflegen, prägen das Programm. Gezeichnete Momentaufnahmen in Form der porträtierenden „S-Bahn-Bilder“ von Heide Hübener, die metallisch-puristisch anmutenden „Bruch-Platten“ Hilke Diers‘ oder auch Ulrich Hollmanns Fußballer, die sich innerhalb raumgreifender Bewegungsstudien mit „kleinen Fouls“ berühren.
In diesem Jahr alles andere als einheitlich geraten, evoziert die Ausstellung Spannungsfelder. Die Art der Hängung der Werke entspricht diesem Konzept. Die Kulturdezernentin der Stadt Göttingen, Dagmar Schlapeit-Beck, lobte bei der Ausstellungseröffnung den städtischen Leitbildprozess, der nun in der Phase der Umsetzung angelangt sei, wovon auch das künstlerische Leben der Region profitiere. Vorsitzender des BBK, Georg Hoppenstedt, regte außerdem alle Beteiligten zu immer neuer Anstrengung an: „Mit der Kunst ist es wie mit dem Fahrradfahren, wenn man sich nicht bewegt, fällt man um.“