Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus
Farbenkreis "Collage"

Gewölbekeller
04.08. – 25.08.13
Farbenkreis Atelierhaus Göttingen
Collage


Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, den 04.08.2013 um 11:30 Uhr
Einführung: Erhart Schröter

Es stellen aus:
Inge Böhmer, Dorothea Boutros-Mikail, Ursula Buchhorn, Heidi Gehring, Rosemarie Heyser, Kristine Kuhlemann, Hildeburg Kumpmann, Bianca Methe, Rita Schepp-Wohlgethan, Renate Stöver, Marianne Tönsmann-Rätzke

Eine künstlerische Collage kann sich – neben Farbe und Papier – unterschiedlichster Materialien bedienen, beispielsweise Zeitungsausschnitte, Schriftfetzen, Bänder, farbige Papiere, Wellpappe.
Farbenkreis "Collage"
Das Prinzip COLLAGE entstand in der Zeit des Kubismus aus dem französischen Wort „Papier collé“, der Montage von Materialien aus unterschiedlichen Zusammenhängen, die sich zu einer neuen Sinnaussage zusammenfügen, ohne den ursprünglichen Zusammenhang zu verleugnen.

So arbeiteten die Künstler auch mit Decollagen, mit Abrissen von Plakatsäulen, um die darunterliegenden Schichten sichtbar zu machen und neu zu integrieren.

Der Farbenkreis Atelierhaus Göttingen, eine Gruppierung von 12 Künstlerinnen hat sich im letzten Jahr in drei Kursen unter der fachlichen Anleitung von Ute Gruenwald mit Collagen beschäftigt, deren Ergebnisse hier im Gewölbekeller des Künstlerhauses ausgestellt sind.
Farbenkreis "Collage"
Collage bedient sich einer Bildsprache, die spielerisch, kreativ, bisweilen auch destruktiv mit den Bildprinzipien Form und Grund umgeht. Die gängige Komposition, eine Gestalt, ein Objekt, eine Landschaft vor einem Hintergrund abzubilden, vielleicht noch in Passepartout und Rahmen, wird durchbrochen. Offene Räume, Strukturen, die fließend ineinander übergehen, der Wechsel von Positiv und Negativ sind seit dem Kubismus zur Spielwiese abstrakter Kunst geworden, wobei das Gegenständliche durchaus mit integriert wird. Entscheidend ist die Schnittstelle, wo beide Informationen, je in ihrem Kontext gefangen, aufeinanderstoßen und in einem neuen surrealen Bedeutungsfokus geraten. Neue Bildformen entstehen oft mit inhaltlichen und formalen Doppeldeutigkeiten. Durch die Gleichzeitigkeit und das Farbenkreis "Collage"Nebeneinander von Informationen, entsprechen sie dem Zeitgeist und Lebensgefühl moderner Medien. Was früher in mühsamer Pinselarbeit als Papstportrait hergestellt werden musste, übernehmen wir als Fotorepro. Dabei ist die Aufgabenstellung klug gewählt, in den zwei Bildhälften (schwarz und weiß), jeweils den Gegenstand aber auch die ausgeschnittene Restform zu verwenden. Serielle Effekte entstehen, wenn man die Rauigkeit von Wellpappe als Linienraster verwendet, im Kontrast zu harmonischen Farbflächen des Kontextes.
Farbenkreis "Collage"
Die Arbeiten zeichnen sich aus, durch eine erstaunliche Klarheit der Kompositionen bei einer Vielfalt und Fülle an Einfällen und Assoziationen.
Erhart Schröter