Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus

Mina Farjadi
Copyright Natur

Zur Eröffnung der Ausstellung
laden wir Sie herzlich ein.

Samstag, 28.3.2009
um 11.30 Uhr

Die iranische Kunst

"Das iranische Gedankenreich besteht seit eh und je aus Diesseits und Jenseits. Zwischen diesen zwei Welten findet man eine dritte Welt, in der alle sinnlichen Erfahrungen und mystischen Vorstellungen eine gewisse Form erhalten. Daraus abgeleitet gewinnt die innere und äußere Betrachtung in der iranischen Philosophie und der schönen Künste ein besonderes Gewicht.

Die Reflektion der Herrlichkeit des Inneren und der Oberflächlichkeit des Äußeren in der Architektur, Botanik und nicht zuletzt in der Persönlichkeit des Menschen ist so alt wie die Geschichte des Landes selbst.

Die Wasserlandschaften in der iranischen Malerei zeigen nicht nur die Erde, sondern bringen auch den Sonnen- und Mondschein herunter. Das sind die Begegnungsstätten der imaginären und realen Welt.

Die Iraner leben in der Regel in einem für sich selbst geschaffenen Paradies und beschreiben es in diversen Sprachen von Poesie, Malerei und Architektur.

Iranische Künstlerinnen und Künstler sind geborene Dekorateure. Auf der Suche nach einer neuen Welt malen sie in ihrem Traum ihre Sehnsüchte. Sie achten nicht auf Licht oder Schatten der reellen Welt und imitieren sie auch nicht, da ihr Desinteresse für die Wiedergabe der Natur ihre stilistische Begabung vertieft und sie befähigt hat, in ihrer kindlichen Unschuld die Unversöhnlichkeit der Natur und die Aggressivität ihrer Regierenden durch die Schönheit ihrer Kunst zu kompensieren.

Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit bei jeder neuen Situation und kulturelle Assimilation zwischen den besiegten Iranern und deren Sieger brachte immer neue Früchte. In dieser Hinsicht wurden die Sieger in der Regel durch die persische Kultur und Lebensphilosophie besiegt. Diese Eigenschaft des alten Volkes hat es vor einer endgültigen Vernichtung bewahrt.

Die persische Malerei gehört zu den höchsten Stufen der asiatischen Kunst und teilt eine Anzahl von Maßstäben mit der indischen, japanischen und chinesischen Malerei. In dieser Schule sind viele Motive wie Flucht aus der Leere und Wiederholung der Themen und Rhythmen in einem spezifischen Werk Versuche, um eine Vielzahl zu einer Einheit umzuwandeln. Die Künstlerinnen und Künstler haben jedoch immer die metaphorische Schönheit der Natur vorgezogen.

In der iranischen Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts ist eine Anzahl von parallelen Strömungen zu verzeichnen:

- Akademische Malerei europäischer Prägung

- Moderne Malerei

- Teehausstil

- Europäisch beeinflusste Portraitierung

- Visuelle Kunst wie Konzeptionelle Malerei

- Collage

- Installation und Video Art

Dieser Trend repräsentiert eine laufende Veränderung in der iranischen Kunst der Gegenwart und reflektiert den besonderen Respekt der Künstler und Künstlerinnen gegenüber der höchsten Kreativität im Leben, nämlich der Natur.

Meine Werke sind eine Inspiration von Vielfältigkeit der Natur und ihre wiederholten Ähnlichkeit nämlich das ein Blatt wie ein Baum aussehen kann und umgekehrt. (Fraktale Geometrie)

Zu meinen Arbeiten habe ich die traditionelle Malerei von Natur und Landschaften, die auch bei populärer Kunst in den Teppichen, Fliesen und Textilien aus meiner Heimat zusehen sind, herangezogen. Strukturen, Schicksale namenloser Orte und literarische Reichtümer Irans bilden die Hintergrundgedanken meinen Arbeiten.

In meinem Ideal, mit Verwendung von Symbolen außerhalb der zeitlichen und örtlichen Dimensionen und durch die Aufteilung einzelner Glieder einer Arbeit bin ich auf dem Wege der Kreation solcher Werke wie Landschaften in den iranischen oder europäischen Natur. Diese sollen den Treffpunkt des Sinnen mit dem Gefühl und eine bessere Welt widerspiegeln."

Mina Farjadi, 28.3.2009