Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus
Thomas Heyl, erneute Entdeckung, 2014, Pigment/Papier, 50 x 35 cm
Obere Galerie
01.03. – 29.03.15
Thomas Heyl
Arbeiten auf Papier

Eröffnung: 01.03.15, 11:30 Uhr
Einführung: Erhart Schröter
Wer zum ersten Mal Thomas Heyls Bilder betrachtet, könnte sie vergleichen mit musikalischen Impromptus entsprechend ihrer Beweglichkeit, ihrer Vielfalt der Einfälle, den wechselnden Stimmungslagen und Tempi.
Man erkennt aber bald, dass der Künstler oft in Serien sehr genau, fast wissenschaftlich experimentell vorgeht, um den Bildraum, das Wechselspiel von Material und Ausschnitten, von Pinselduktus, Riss-Kante und Schattenspiel zu erforschen. Oft führen die Bildzeichen einen Dialog in einer Bildsprache von linear zu tonig, hartkantig zu weich verfließend, wobei das Auge des Betrachters in Bildfallen geraten kann.
Oft lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, was Material, was Ausschnitt, was Pinselbewegung, was Schattenwirkung ist, man glaubt Spuren von realistischen Strukturen zu erkennen, die sich dann aber immer wieder auf den erkennbaren Malprozess zurückführen lassen. Die in ständiger Bewegung gestalteten Kompositionen sind auf einander bezogen, bilden Folgen und Melodien und vermitteln bildhaft, was verbal nicht ausdrückbar ist. Insofern fühlen wir uns als Betrachter einbezogen und nehmen Anteil an dem märchenhaften Leben der abstrakten Formen.
Der surreale Satz „Was tun die Dinge, wenn wir schlafen ..“(Max Ernst) beschreibt auch bei diesen Bildern die starke lyrische Kraft, die ihnen innewohnt.
ES