Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus
Weißer Saal
20.03. - 06.07.14


In der Reihe interView wollen wir Einblick geben in die Entwicklungsprozesse der Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern aus unserer Region, die dem hiesigen Publikum noch nicht so bekannt sind oder die einen neuen Schritt in ihrer Entwicklung gewagt haben. In einem Interview zum Auftakt der Ausstellung bei der Eröffnung, soll versucht werden, verständlich zu machen, worum es der jeweiligen Künstlerin oder dem jeweiligen Künstler bei ihrer Arbeit geht. Es ist sicher sehr aufschlussreich im Einzelnen zu erfahren, warum jemand beispielsweise den Weg in die künstlerische Betätigung gewählt hat oder welche Absichten und welche Hintergründe zu einer bestimmten künstlerischen Gestaltung geführt haben.

In diesem Jahr wollen wir in 4 interView-Ausstellungen den Blick auf Eigenarten und Beweggründe der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler werfen.



20.03. – 13.04.14
Uli Schiller
LinienFluss Lack und Monotypie


Vernissage: Donnerstag, den 20. März um 19 Uhr
Zur Einführung führt Georg Hoppenstedt mit dem Künstler ein interView

Als erster Künstler wird Uli Schiller Einblick in seine Arbeitsweise und seine künstlerischen Beweggründe geben.
Sein Leben lang hat der ehemalige Mediziner mit Leidenschaft gezeichnet, dabei sind hochinteressante Werke entstanden, bei denen vor allem die Linie prägend ist. In der Ausstellung werden insbesondere Zeichnungen gezeigt, bei denen Lackfarbe mit dem medizinischen Instrument der Spritze aufgetragen wurde, wobei es gelang, durch die Materialität und die Auftragsweise die dynamische Linienführung zur Steigerung zu bringen. Eine weitere Gestaltungsform, mit der Uli Schiller experimentiert hat, ist die Technik der Monotypie, bei der er durch Umdruckverfahren verblüffende Wirkungen zu erzeugen versteht.
Auch von dieser bemerkenswerten Arbeitsweise werden interessante Werke präsentiert.





17.04. – 11.05.14
Helga Lünsmann-Wilson
LinienLabyrinth
Feder und Tusche

Vernissage: Donnerstag, den 17. April um 19 Uhr
Zur Einführung führt Erhart Schröter mit dem Künstler ein interView

In der zweiten Folge der Reihe stellen wir die Künstlerin Helga Lünsmann-Wilson vor. Ihre Gestaltungsweise ist die Zeichnung mit Feder und farbiger Tinte auf Papier. Dabei entwickelt sie aus feinen Linien und Punkten ein überaus differenziertes Struktur- und Formenspiel, in dem sie ihre Figuren und märchenhaften Geschichten wie in einem Bildteppich einspinnt. Ein eigener Kosmos von mythischen Gestalten, phantastischen Pflanzen und Landschaften öffnet sich dem Betrachter und zieht ihn hinein in ein Labyrinth von traumartigen Erscheinungsformen. Dass die Künstlerin viele Jahre in der Karibik gelebt hat, spiegelt sich in der Farbigkeit und der phantastischen Formenwelt ihrer Bilder. Ihre überbordende Fantasie bindet sie in geradezu kontemplativer Arbeitsweise mit disziplinierten feinen Federstrichen und setzt aus ihnen rätselhafte, poetische Bildwelten zusammen, die unser inneres Erleben anzusprechen vermögen.





15.05. - 08.06.14
Fintan Whelan
Fließende Schichten
Lack, Spiritus und Pigmente

Vernissage: Donnerstag, den 15. Mai um 19 Uhr
Zur Eröffnung stellt sich der Künstler zum interView
Sonntags-Führung: 25. Mai ab 15 Uhr mit dem Künstler Fintan Whelan

Aus dem technischen Vorgang der Auflösung von Farben entwickelt sich bei Fintan Whelan eine inhaltliche Bedeutung, indem der Auflösungsprozess wiederum zur schöpferischen Findung führt. In seinen Bildern wird der Veränderungsprozess sichtbar, wie sich die Farbschichten nach ihrer Auflösung zu neuen Konfigurationen formen. Die beiden gegenläufigen Vorgänge, das Zerfließen der Formen in der Auflösung und die Inkrustierung der Farben zu neuen Formgebilden, werden in Whelans Bildern zum nachvollziehbaren Bewegungsablauf. Vergleichbar prozesshaft ist das Wechselspiel von Zufall und Kontrolle, von Chance und Risiko in der Arbeitsweise des Künstlers.
Fintan Whelan wurde 1967 in Dublin geboren, wo er auch Kunst studiert hat. Seit 2006 lebt und arbeitet er in Göttingen.






12.06. - 06.07.14
Greta Mindermann-Lynen
Schichten Verdichtung


Vernissage: Donnerstag, den 12. Juni um 19 Uhr
Zur Eröffnung stellt sich die Künstlerin zum interView

An außergewöhnlichen Stellen findet Greta Mindermann-Lynen aus Bovenden/Lenglern die Ausgangsmotive für Ihre neuen fotografischen Arbeiten. Sich auflösende, zerfasernde Strukturen ziehen sie an, sei es an abgerissenen Plakatwänden, zerfallenden Gebäuden oder z.B. Resten von Luftballons. Spuren des Lebens an Wänden, Brettern, Schaltkästen und in Bäumen. Diese über Jahre gesammelten Fotografien wurden nun durch zeichnerische Bearbeitung zu neuen abstrakten Bildern verdichtet.