Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus


03.02. - 06.03.11
Johanna von Monkiewitsch
- Schattenfallen -


Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 3. Februar

um 19 Uhr im Weißen Saal laden wir Sie und

Ihre Freunde herzlich ein.

Einführung: Michael Stoeber

Öffnungszeiten: Di – Fr 16 – 18 Uhr, Sa – So 11 – 13 Uhr


Mit der Ausstellung „Schattenfallen“ von Johanna von Monkiewitsch zeigt das Künstlerhaus eine extreme Position der ‚Jungen Kunst‘, in der das Kunstwerk aus einer Konzeption heraus entwickelt wird. Johanna von Monkiewitsch „nutzt Naturerscheinungen wie Licht und Schatten, um diese gewissermaßen selbst ein Kunstwerk herstellen zu lassen, dem sie als Künstlerin lediglich Geburtshilfe leistet. Aufmerksame Beobachterin Ihrer Umgebung, verschiebt oder verstärkt sie die Wahrnehmung der Raumsituation durch geringfügige, leise Eingriffe und fordert die Überprüfung der Seherfahrung.

Johanna von Monkiewitsch fotografiert mehrfach gefaltete Papiere ab und faltet die Ausdrucke an den identischen Stellen erneut, so dass Binnenschattierungen der neuen Faltungen sich mit den Schattenwürfen des Originals doppeln und die virtuelle Dreidimensionalität der Vorlage sich auf einem tatsächlich räumlichen Objekt wiederholt.“

(Birgit Laskowski)



Göttinger Tageblatt vom 05.02.11:
Zwischen Fiktion und Realität
Arbeiten von Johanna von Monkiewitsch im Göttinger Künstlerhaus

Von Anna Kleimann
Sein oder nicht sein, das ist die Frage, die sich in der Begegnung mit den Werken von Johanna von Monkiewitsch stellt. Elementares liegt hier beieinander, ist vielmehr nebeneinander gefallen. Licht in Wechselwirkung mit seinem durch Abwesenheit glänzenden Bruder zaubert Skulpturen auf groß- und kleinformatiges Papier. „Schattenfallen“ heißt die Ausstellung der Braunschweiger Meisterschülerin von Heinz-Günther Prager, die im Weißen Saal des Künstlerhauses installiert ist.
Den Schatten hat Monkiewitsch Fallen gestellt. Auf der Jagd mit der Analog-Kamera fängt sie Naturgegebenes ein, was in seiner Reproduktion wirklich unwirklich erscheint undWahrnehmungsmuster auf die Probe stellt. Die junge Künstlerin fotografiert mehrfach gefaltete Papiere und faltet die Druckversionen der Originale an den identischen Stellen erneut. Der Betrachter klebt an der Oberfläche, fasziniert von der Doppeldeutigkeit des Plastischen. Es ist ein Spiel zwischen Fiktionalität und Realität. Aufeinandergelegte Schattierungen auf den schlichten Papieren werden akkompaniert von Echtzeit-Versionen des gleichen Phänomens.
I
Liebt Licht und Schatten: Johanna von Monkiewitsch. Pförtner

Inspirationsmoment für Monkiewitsch war eine konzeptionelle Frage: „Wie wenig muss ich eigentlich zeigen, um etwas darzustellen? Im Prinzip ist es nur ein leeres Papier, aber auf den Fotos sieht man, wie viel dort wirklich drauf ist.“ Licht und Schatten, ein Leitfaden, der die in Köln lebende und arbeitende Künstlerin schon seit Längerem begleitet, sind in der Ausstellung auch auf einem Bild ohne Zellulosemotiv zu sehen. Die Umrisse eines Lichtfelds, das durch ein Fenster fällt, hat die Illuminationsspezialistin auf dem Boden eines leeren Raumes mit Kreide nachgezeichnet. Während sie das langsam und in immer gleicher Geschwindigkeit tut und die Zeit vergeht, schiebt sich auch die Sonne voran und mit ihr die Linien. Unterbrochen werden die parallel verschobenen Trapeze nur einmal vom Zwischenspiel einer Wolke.
Eine Fotografin ist Monkiewitsch nicht, studiert hat sie Freie Kunst. Aber was sie im Künstlerhaus zeigt, ist genau das: ein Spiel mit der Identität. Die Abbildungen, die durch sich selbst wiederum selbige schaffen, bieten sowohl räumlich als auch konzeptionell junge Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung der Kunstfront.