Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus

28.11. – 02.01.2010
Kreis34 Jahresausstellung
Vernissage: 28.11., 11:30 Uhr


Es spricht:

Dr. Rainer Lynen, Vorsitzender des Kreis34

Die Künstlervereinigung mit dem Namen Kreis 34 wurde im Jahr 1969 gegründet. Alle Mitglieder sind gleichzeitig Mitglieder im Göttinger Künstlerhausverein mit Galerie e.V., dessen Aktivitäten sie fördern. Einmal jährlich bringt sich der Kreis 34 als Künstlervereinigung mit einer Ausstellung von eigenen Werken in Erinnerung, die überwiegend innerhalb der letzten 12 Monate entstanden sind.
Dr. Rainer Lynen, 1. Vorsitzender

Göttinger Tageblatt vom 01.12.2010
„Richtige Künstler mit Stärken und Schwächen“
Die Künstlergruppe „Kreis 34“ zeigt ihre Jahresausstellung im Göttinger Künstlerhaus
Von Eida Koheil
Die Jahresausstellung der Künstlergruppe Kreis 34 ist der Höhepunkt des Vereinslebens. Rainer Lynen, Vorsitzender der Künstlergruppe, weist bei der Eröffnung der Ausstellung im Göttinger Künstlerhaus mit Stolz darauf hin. ??8 Künstler der Region Südniedersachsen zeigen bis zum 2. Januar, was sie im Laufe des Jahres in ihren Ateliers geschaffen haben.
Ein Großteil der Kunstwerke kommt aus dem Bereich Malerei, und zahlreiche Skulpturen sowie einige Fotografien sind zu sehen. Augenfällig sind die großen Holzfiguren von Hans- Jürgen Kutzner. Aus riesigen Fichtenholzstämmen hat er Skulpturen geschaffen, die in erster Linie aus Mund und Augen bestehen. Kutzner ist das neueste Mitglied des Kreis 34, der inzwischen bereits seit 4?? Jahren besteht. Allerdings hegt er eine lange Verbindung zu der Künstlervereinigung. Er lernte bei den Gründungsmitgliedern des Kreises, Henry Hinsch und Rudolf Petrikat, Holzbildhauerei.

Kreis 34: Besucher vor Bildern von Karl-Heinz Haselmeyer und einer Holzskulptur von Hans-Jürgen Kutzner. Foto: Heller

Sehr viel bildlicher sind die in Stein gemeißelten Arbeiten von Janina Fiorin. In diesem Jahr hat sie ausschließlich mit dem afrikanischen Serpentin gearbeitet – aufpoliert ein fast weich und wirkender Stein. Aus dem Rohling scheinen die zarten Gesichter der Figuren heraus zu fließen. Ähnlich geht Greta Mindermann-Lynen bei ihren Skulpturen vor. Sie arbeitet genau wie Fiorin mit einem relativ weichen Material – Speckstein. Wie zufällig ragen aus dem Stein gegenstandslose Skulpturen, die erst auf den zweiten Blick bearbeitet aussehen. Noch roh wirken die Skulpturen von Frank-Helge Steuer. Die Stahlfiguren bekommen erst draußen unter Einfluss der Witterung ihre richtige Patina.
Im Bereich der Malerei hat die Ausstellung eine ebenso große Bandbreite zu bieten. Wolfgang Hiltschers Aschenboote dümpeln durch beängstigende Finsternis. Leicht und filigran sind die neuen Arbeiten von Anna Tarach. Sie bleibt ihren Ornamenten in Siebdrucktechnik treu. Die digital bearbeiteten großformatigen Bilder von Katrin Konietzko wirken zurückgenommen, lediglich angedeutet und anziehend zugleich.
Abgesehen davon, dass die Künstler auch gern mal etwas verkaufen, gehe es dem Kreis 34 in der Hauptsache darum, eine in sich stimmige und gelungene Ausstellung der neuen Arbeiten auf die Beine zu stellen, sagte Lynen, der ebenfalls mit einer Reihe von Bildern vertreten ist. Ein wenig Sorge, in der Kunstszene nicht anerkannt zu werden aber bleibt auch nach 40 Jahren Kreis 34: „Sehen Sie sich die ganze Ausstellung an“, sagte Lynen bei der Vernissage am Sonntag, „und wenn Sie zweimal durch sind, fragen Sie sich bitte, ob wir nicht doch richtige Künstler sind, mit Stärken und Schwächen.“
Wer sich darüber selbst ein Bild machen möchte, hat noch bis zum Sonntag, 2. Januar, Gelegenheit dazu. Die Ausstellung im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1, ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.