Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus

Obere Galerie
16.02. – 16.03. 2014
Marina Schulze
Keine Tiefe ohne Oberfläche

Eröffnung: 16.02.14, 11:30 Uhr
Einführung: Michael Stoeber, Kunstkritiker aus Hannover

Was von dem, was den Menschen im Innersten bewegt, spiegelt sich an der Oberfläche eines Gesichtes? Für die junge Künstlerin Marina Schulze aus Bremen bildet diese Frage einen thematischen Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Ihre Hautbilder zeigen meist einen ausgewählten Ausschnitt in extremer Nahsicht. Sie hinterfragen unsere Schönheitsideale und -empfindungen, die Vergänglichkeit und das, was die Hautoberfläche über das Leben, Gefühle und den Charakter verrät. In teilweise durch extreme Vergrößerung schon abstrakt anmutenden Ausschnitten untersucht die Künstlerin die Hautoberfläche anhand einer aufwendigen und mehrschichtigen Malerei schonungslos bis ins kleinste Detail. Ein wesentlicher Antrieb liegt hierbei in dem Versuch, die äußere Hülle zu durchblicken, zu verstehen, was sich darunter abspielt.

Was hat es auf sich mit dem, was sich uns als Oberfläche von Etwas zeigt? Was verbirgt es, und was verbirgt sich dahinter. Sie zeigt das Eine und macht zugleich das Andere sichtbar, bringt es zumindest in den Bereich des Erahnbaren. (Heiner Schepers, 2010) – Das zunächst dokumentarisch anmutende Vorgehen der Künstlerin stellt sich als vielschichtiger und tiefgreifender heraus als zunächst vermutet.




Ihre Arbeiten gehen buchstäblich „unter die Haut“, sie zeigen mehrere, übereinander gelagerte Strukturen. Unter der Oberfläche schimmern tiefer liegende Schichten durch, zeichnet sich das darunter liegende Gewebe ab. Das Innere kehrt sich auf diese Weise nach außen.



Der entstehende Eindruck, dass es sich um Hüllen handelt, kann letztlich nicht verifiziert werden, denn eben diese verbergen nicht, sondern decken vielmehr durch ihre transparente Schichtung unerbittlich auf. Man könnte angesichts der vorgestellten Studien von Nuancen der Dünnhäutigkeit sprechen. (Stefanie Böttcher, 2006)