Künstlerhaus Göttingen
im Lichtenberghaus

Gewölbekeller
30.05. - 11.06.17
SCHULE:KULTUR!
Schülerarbeiten aus dem Projekt

Eröffnung: Dienstrag, 30.05..2017, 17 Uhr
Begrü0ung: Rita Engels, Schulleiterin des OHG
Einfphrung: Georg Hoppenstedt, Künstler, der im Künstlerhaus auch folgende

Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche:anbietet:
1.6., 16.00 – 17.30 Uhr, „Schattenspiel mit dem Overhead-Projektor“
7.6., 16.00 – 17.30 Uhr, „Spurensuche - Malen ohne Pinsel“
8.6., 16.00 – 17.30 Uhr, „Drucken mit einfachen Mitteln“
10.6., 14.00 – 15.00 Uhr, „Schattenspiel mit dem Overhead-Projektor“
10.6., 16.00 – 17.00 Uhr, „Schattenspiel mit dem Overhead-Projektor“

Das Projekt SCHULE:KULTUR! wurde zusammen mit der Stiftung Mercator in Niedersachsen vom Kultusministerium und vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur initiiert, um Schülerinnen und Schüler für kulturelle Aktivitäten und kreatives Schaffen zu begeistern.

40 ausgewählte Schulen in Niedersachsen arbeiten in diesem Projekt mit Kultureinrichtungen vor Ort zusammen. SCHULE:KULTUR! will durch Kunst und Kultur in Verbindung mit Angeboten kultureller Bildung einen ganzheitlichen Schulentwicklungsprozess anstoßen, damit Kultur in alle Fächer hineinwirkt und als Lernprinzip wie auch als Gestaltungselement im gesamten Schulalltag verankert wird.

Das Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen gehört zu den 40 in Niedersachsen durch SCHULE:KULTUR! geförderten Schulen und hat sich als Kulturpartner das Künstlerhaus Göttingen ausgesucht. In dieser Zusammenarbeit sind im Zeitraum von 3 Jahren eine Reihe von Projekten entstanden, von denen wir in der Ausstellung einige zeigen wollen.

Als gedanklicher Ansatz für Projekte im Sinne dieser Verbindung von Schule und Kultur wurde das Thema „Spurensuche“ gewählt. Das Motiv des Erkundens unserer kulturellen Zusammenhänge und des Verarbeitens mit den Mitteln der Kunst sollte die Projekte bestimmen. So war ein erstes Projekt das Sammeln in Vergessenheit geratener Begriffe und Worte, das dann zu einer Buchstabengestaltung führen sollte, die ein sinnliches Erleben der Zusammenhänge schafft. In einem weiteren Projekt wurden in Reaktion auf eine Künstlerarbeit von Schülerinnen und Schülern des 6. und des 8. Jahrgangs „Fantastische Rechenmaschinen“ als Vorform des Computers gestaltet mit selbst geschaffenen Piktogrammen, Symbolen und Zeichen. Dabei wurden die bunten Materialien der Verpackung und Bilder aus der Werbung zum grandiosen Anreger für die gestalterische Fantasie.

Um einen ganzheitlichen, fächerübergreifenden Ansatz zu finden, bei dem die Kultur prägend wirkt, haben wir im Kunstunterricht des 11. Jahrgangs für ein Schuljahr ein Leitthema angesetzt, das ein weites Bezugsfeld unserer kulturellen Entwicklung eröffnet.

Das Thema lautete: Behausungen.
Es wurde ein großer Bogen gespannt von Naturformen, wie den Schalengehäusen von Muscheln und Schnecken, die dem Schutz wie auch der Werbung durch Schönheit dienen, bis hin zur konstruktiven, technischen Bauweise der Moderne, wie sie das Bauhaus propagiert hat und unsere heutige Kultur in der Stringenz der Formprinzipien prägt.
Dabei wurde gleichzeitig ein Grundprinzip plastischen=räumlichen Gestaltens erfahrbar. Konvex und konkav - Wölbung und Höhlung stehen in einem stetigen Wechselbezug. Wie bei der Naturform einer Muschel die Wölbung zu besonderer Belastbarkeit verhilft, liegt auch bei dem vom Mensche geformten Gefäß in der gewölbten Form die Grundlage seiner Stabilität. In der Gegenüberstellung von Naturform und Kulturform wird ihr entwicklungsgeschichtlicher Zusammenhang verständlich.

Beim Formen einer Muschel oder eines Schneckengehäuses aus Ton wird eine sinnliche Erfahrung gemacht, die ein tieferes Verständnis der technischen wie der ästhetischen Grundlagen mit sich bringt. Durch den Auftrag von farbigen Glasuren wird sowohl den nachgeformten Naturgebilden wie den Gefäßen eine reizvolle Ästhetik verliehen, die wir ursächlich durch die Betrachtung von Naturelementen gewonnen haben. Dass unsere ästhetische Entwicklung aus einer nur ganzheitlich begreifbaren Bezugnahme verständlich wird, gibt dem Ansatz des SCHULE:KULTUR!-Projekts seine inhaltliche Bestätigung. Das Projekt: „Behausung“ steht im Zusammenhang mit der Spurensuche in unserer Entwicklungsgeschichte und ihren Prägungen. Es zielt darauf ab, komplexe Erfahrungszusammenhänge unserer Existenz bewusster zu durchdringen.

Die nächste plastische Gestaltung sollte die eigene Imagination noch stärker herausfordern. Es sollte eine künstliche, menschenähnliche Figur wie ein Homunkulus oder ein Avatar geschaffen werden. Die Figur sollte aus einem gegenwärtigen Material, vorwiegend Produkten aus Kunststoff (d.h. weitgehend aus Abfallmaterial), erstellt werden. Das zumeist transparente Material Kunststoff gab die Möglichkeit, das Innenleben in der Figur sichtbar werden zu lassen, sodass die konstruktiven Elemente wie auch die inneren Versorgungselemente wie Herz, Gehirn, Verdauungsorgane oder Adern durch die hautähnlichen Folienschichten erkennbar waren. Bei dieser Aufgabe wurde sowohl die Organisation des menschlichen Körpers durch Vergleiche bewusster wahrgenommen wie auch die Dimension des technischen Fortschritts in spielerischer Weise in Form von utopischen Vorstellungen angerissen.

Nach der Erfahrung mit dem Aufbau und der Organisation eines Raumkörpers wurde Grundsätzliches über die dreidimensionale Gestaltung vermittelt mit der Aufgabe, aus dem zweidimensionalen Material Papier durch Faltung und Schnitte Räumlichkeit zu erzielen. Bei dieser Aufgabe werden unmittelbar Bezüge zur Architektur der Gegenwart sichtbar. Mit Verpackungsschachteln und Kartons sollte sodann eine Raumkomposition erarbeitet werden, die sowohl Grundlagen der klassischen abstrakten Plastik vermittelt wie auch Gestaltungsformen der modernen Architektur.

Um eine ganz persönliche Sicht zum Thema zu ermöglichen, wurde den Schülerinnen und Schülern zum Schluss die Aufgabe gestellt, in der Art des Gegenwartskünstlers Franz Ackermann eine Gestaltung mit Fotos, Zeichnungen und Farben auf Papier zu entwickeln, bei der collageartig ihre Empfindungen zu der Stadt in der sie leben mit verschiedenen Aspekten dieser Stadt, seien es Ausschnitte aus Straßenkarten, Gebäudeansichten oder andere Beobachtungen und Erlebnisse, gemischt werden und so ein emotional bestimmtes Bild dieser Stadt entsteht.

Die Ausstellung wird vom 13.06, - 21.06.2017 im Otto-Hahn-Gymnasium in der Oberen Pausenhalle gezeigt.
Eröffnung: Dienstag, 13,06,2017, 13 Uhr


gefördert von: