Jérôme Chazeix

Rituals_ Initiationsräume

Installationen

Obere Galerie
9. März – 6. April 2025

Jérôme Chazeix’ künstlerische Praxis basiert auf der Schaffung immersiver Environments, die hybride Parallelwelten gestalten. Durch die gezielte Überlagerung und Integration verschiedener Medien entstehen multidimensionale Kulissen, in denen sowohl das Publikum als auch die Akteure zu zentralen Protagonisten werden. Diese „totalen“ Kunstwerke verbinden soziale Realität mit utopischen Narrativen und stellen eine tiefgreifende Einladung zur Reflexion und Interaktion dar.

Die Ausstellung „Rituals_ Initiationsräume“ im Künstlerhaus Göttingen transformiert den Ausstellungsraum in eine multisensorische, immersive Landschaft. Eine Abfolge von sogenannten Initiationsräumen schafft ein Setting, das die Besucher dazu anregt, ihre Beziehung zur Natur, zu den Elementen und zu den Zyklen des Lebens neu zu interpretieren. Die Ausstellung entfaltet sich als eine sinnliche Reise, die metaphorische Räume inszeniert – jeder davon repräsentiert Aspekte von Materialität, Zeitlichkeit und Transformation. In dieser Konstellation verschmelzen das Menschliche und das Irdische zu einer Einheit, die eine grundlegende Symbiose als Voraussetzung für ein nachhaltiges und harmonisches Zusammenleben aufzeigt.

Zentral für Chazeix’ Ansatz ist die holistische Betrachtung von Raum und Zeit. Die Galerie wird dabei in einen kohärenten, atmosphärisch dichten Erfahrungsraum verwandelt, der die Besucher umhüllt und zu einer Initiation einlädt. Jeder Raum fungiert als eine immersive Installation, in der sich die sensorische und emotionale Erfahrung der Betrachter intensiviert. Chazeix versteht den Ausstellungsraum als ein fließendes System, in dem Transformation und Neugestaltung zentrale Themen sind.

Beim Betreten dieser Räume werden die Besucher ermutigt, ihren eigenen Platz im Kreislauf des Lebens zu hinterfragen. Die Werke formulieren dabei eine alternative Vision, in der der Mensch nicht länger als zentraler Akteur betrachtet wird, sondern als ein integrierter Bestandteil eines fragilen, interdependenten Ökosystems.

Die großformatigen Installationen verwenden eine Vielzahl an Materialien, darunter natürliche Elemente wie Erde, Holz und Stoffe, die in Verbindung mit digitalen Medien und Projektionen stehen. Wände aus textilen Oberflächen und Tapeten, die mit Videoinhalten kombiniert werden, formen raumgreifende Strukturen – halb Zimmer, halb Zelt. Jeder Raum trägt eine spezifische narrative und symbolische Funktion, die sich in den übergreifenden Themen von Veränderung, Kreisläufen und Symbiose widerspiegelt.

Die Ausstellung eröffnet nicht nur einen physischen, sondern auch einen kognitiven und emotionalen Erfahrungsraum. Die Besucher werden eingeladen, künstliche und natürliche Landschaften zu durchschreiten und dabei das Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Polen körperlich zu erleben. In dieser Verschmelzung entsteht ein Raum, der zur Reflexion über unsere Beziehung zu Umwelt und Kosmos einlädt. Mit „Rituals_ Initiationsräume“ wird der Ausstellungsraum zu einem Ort der Auseinandersetzung mit den Grundbedingungen des Lebens. Chazeix’ Vision betont die Notwendigkeit, die menschliche Existenz als integralen Teil eines größeren Ganzen zu begreifen – sensibel, verletzlich und dennoch bedeutsam in seiner Rolle innerhalb planetarer Zusammenhänge.

Jérôme CHAZEIX www.zeixberlin.de geboren 1976 (F), lebt und arbeitet seit 2000 in Berlin
2000-2004 Meisterschüler bei Katharina Grosse, Kunsthochschule Berlin Weissensee
1995-2000 Studium an der Kunsthochschule, Saint-Etienne (FR)/ Diplom Freie Kunst
1994-2002 Studium Bildende Kunst an der Universität von Saint-Etienne (FR)/ Doktorat (PhD)
Seit 2016 Mitbegründer und Co-Kurator www.salve-berlin.de